Sanskrit gehört zu den ältesten Sprachen auf der Welt und wird als indoeuropäisch klassifiziert. Entstanden ist sie in Indien circa 1500 Jahre vor Christus.
Doch im Gegensatz zu vielen anderen Sprachen, wird Sanskrit heute immer noch verwendet. Und der Grund hierfür liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand.
Denn die wichtigsten religiösen und philosophischen Texte im Hinduismus wurden im heiligen Sanskrit niedergeschrieben.
Diese gesammelten Schriften, zu denen zum Beispiel die Veden (Veda = Wissen) und die geheimnisvollen Upanishaden zählen, werden von einem Großteil der indischen Bevölkerung tief verehrt.
So verwundert es auch nicht, dass das Sanskrit im täglichen Leben der indischen Bevölkerung allgegenwärtig ist.
Und auch hierzulande gibt es immer mehr Menschen, die (ohne es zu wissen) mit Sanskrit in Berührung gekommen sind. Vielleicht gehörst Du ja auch zu denen, die schon mal eine Silbe, ein Wort, einen Vers oder sogar schon ein ganzes Gebet geflüstert, gesungen oder gesprochen haben? Wenn Du nun mehr über diese tolle Sprache erfahren möchtest, lese weiter und lerne die ersten Wörter 😉
Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet das Wort Sanskrit?
Der Ursprung und die Entwicklung des Sanskrits
Sanskrit: die Sprache der Yogis
Was bedeutet das Wort Sanskrit?
Für das Wort Sanskrit gibt es verschiedene Übersetzungen. Die Bedeutung reicht von kultiviert über vollkommen bis hin zu verfeinert und gehoben. Auch wird Sanskrit als „wohlgeformt“ übersetzt. Im übertragenen Sinne bedeutet dies, dass die Sprache der Gelehrten über alles erhaben und rein ist. Das musste sie auch sein, denn die religiösen Schriften der Hindus und Buddhisten wurden ja schließlich in Sanskrit formuliert.
Der Ursprung und die Entwicklung des Sanskrits
Wie bei allem, was seinen Ursprung in uralten Vorzeiten hat, so liegt auch dem Sanskrit eine geheimnisvolle Entstehungsgeschichte zugrunde. In der mythischen Überlieferung heißt es, dass einer der hinduistischen Hauptgötter, nämlich Brahma, die Sanskrit Sprache erschuf. Der Legende zufolge traf sich Brahma mit auserwählten Rishis (Priester, Seher, Weise).
Diese Gelehrten waren würdig genug, die göttliche Sanskrit Sprache zu lernen und die heiligen hinduistischen Schriften (Shruti) mit einer gebotenen Ehrerbietung zu studieren. Nach einiger Zeit kehrten die in völliger Askese lebenden Einsiedler wieder zurück aus der Einsamkeit und offenbarten den Menschen die neue Sprache. Von nun an dauerte es nicht lange, bis sich das Sanskrit über den kompletten indischen Subkontinent verbreitet hat. Die Sanskrit Überlieferung erfolgte dabei ausschließlich mündlich und zwar vom Lehrer (Guru) zum Schüler (Shishya). Gelehrt wurde die Sprache besonders in der aufstrebenden Priesterklasse und bei Angehörigen der höheren Kasten (Fürsten, intellektuelle Elite, gehobene Beamte). Wer Kenntnisse über das Sanskrit verfügte und die Sprache womöglich auch sprechen und verstehen konnte, galt als gebildet mit einem hohen gesellschaftlichen Status.
Im Laufe der Zeit haben sich aus dem Sanskrit noch andere Sprachen entwickelt. Hierzu zählt zum Beispiel Hindi, die offizielle indische Amtssprache. Ihre Verbreitung ist enorm, denn sie wird von nahezu allen Indern (aktuell weit über 1 Milliarde Menschen) als Alltagssprache genutzt. Auch das in Bangladesch gesprochene Bengali hat seine Wurzeln im Sanskrit. In Pakistan spricht man heute noch mit Panjabi eine Sprache, die auf das Sanskrit zurückzuführen ist.
